Kilometerstand
Marathon - ein Erlebnisbericht
Ein Debut mit 3:12:27!!!
Die letzten Monate hatte ich mich ja gezielt auf das Projekt Marathon vorbereitet. Genauer gesagt habe ich ab April versucht alle meine angestrebten Trainingseinheiten gewissenvoll zu absolvieren. Damit dies auch alles zielgerichtet funktioniert habe ich an zwei Laktattests teilgenommen, die mir glücklicherweise mein Arbeitgeber PIRONET gesponsert hatte (nicht nur mir, sondern einer ganzen Laufgruppe). Mit Hilfe dieser Tests war es mir möglich das Training mit Unterstützung meines Pulsgurtes sehr individuell zu gestalten. Meine Zielzeit für den Marathon war wie schon angekündigt 3:30h. Die letzten Tage habe ich ebenfalls versucht alles richtig zu machen - ja, ich habe mich sogar bewusst ernährt um meine Energiespeicher voll zu tanken. Ich wollte schließlich alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um diese Herausforderung zu meistern. Die Schmach aufzugeben kommt für mich schließlich nicht in Frage ;-)
Nach einer ruhigen Nacht war es also soweit. Der 05.10. war da. Wecker ging um 07:30 Uhr und ich habe mir noch die letzte Nahrung reingepfiffen. Zwei süße Brötchen, eine Banane und ein isotonisches Kaltgetränk. Alle notwendigen Sachen hatte ich als "Laufstreber" natürlich schon am Vorabend gepackt. So ging es mit Rad und Bahn um 9:15 auf Richtung Köln Deutz. Wahnsinn wie viele Läufer schon mit mir auf dem Dellbrücker Bahngleis auf die S-Bahn gewartet haben. Das Wetter war natürlich äußerst bescheiden. Ich glaube ich habe selbst vor unserer Hochzeit nicht so oft in den Wetterbericht geschaut, wie vor dem Marathon. Aber ich hatte noch die vage Hoffnung, dass es trocken bleibt. In Deutz habe ich dann erst einmal meine Sachen abgegeben, was alles erstaunlich entspannt und reibungslos funktionierte. Um 10:15 Uhr stand ich dann am Bahnhof um mich mit Ulf und Christoph zu treffen. Ulf musste leider noch seine Sachen wegbringen, so dass ich mit Christoph zusammen auf ihn am Bahnhof gewartet habe. Leider ist er bis 10 Minuten vor dem Start nicht zurückgekommen, so dass ich langsam Bammel bekam und mich mit Christoph auf zum roten Startblock machte.
Da ich mit Ulf vorher vereinbart hatte, dass wir nicht wie ursprünglich geplant zusammen die 3:30h angehen, war das nicht so tragisch, da jeder sein eigenes Rennen laufen sollte bzw. wollte. Auf "Viva Colonia" und "Ein Stern" hüpfte ich mich langsam warm. Rage against the maschine oder White Stripes wären mir natürlich lieber gewesen, aber die Disco Fox Fraktion ist scheinbar auch auf die Marathon-Szene übergesprungen. Meine Klamotten an Christoph und schnell noch das letzte Powergel verschlungen und dann war es auch schon soweit. 11:11 Uhr Startschuss (pünktlich zum Startschuss fing es dann auch an zu regnen): Schnell noch High five mit Joey Kelly und nach weiteren 3 Minuten schon konnte ich dann auch die Startlinie überqueren.
Auch die ersten Meter liefen ganz gut. Wenig Gedrängel, so dass ich schon relativ freie Bahn hatte. Immer die Puls Uhr im Blick und mit der Vorgabe bloß nicht zu überpacen ging ich den ersten Kilometer in 4:30min an. Super, alles genauso, wie es mir vorgestellt hatte. Der Puls pendelte sich auch schnell in mir meinem vorgenommenen Wert von etwa 170 Schlägen/Minute ein. Schon nach gut zwei Kilometer die ersten Fans. Markus und Sylvia standen noch etwas verschlafen auf der Pilgrimstrasse. Alle anderen hatten sich verspätet, da eine falsche Startzeit beim Gerling kommuniziert wurde (11:30 Uhr). Die nächsten Kilometer liefen alle voll nach Plan 170er Puls und einen Schnitt von etwa 4:25min (10km Durchgangszeit 44:03min).
Schnell kam ich zu Kilometer 11, wo eine Kollegin mit meiner ersten Verpflegung auf mich wartete. Eine Tüte Vanille Powergel und 0,5l isotonisch. Danach wieder weiter - alles lief super nach Plan. Der Puls und die Zeiten blieben weiterhin konstant (170 Puls und 4:25er Schnitt). Kilometer 19: Nächste Verpflegung und nächste Fangemeinde. Auf der Richard-Wagner-Strasse feuerten mich zunächst zwei durchgefrorene Kolleginnen an, dann Christoph und dann meine liebe Frau Isa, die mir mein nächstes "Lunchpaket" reichte. Bis auf die Powergelgeschmacksrichtungen waren die Nahrungen immer gleich (ich wollte wenigstens ein paar geschmackliche Akzente setzen). Frisch gestärkt und durch die Anfeuerungen motiviert lief es sich wie auf Federn... Halbmarathon Durchgangszeit auf der Vogelsanger Str. in Köln Ehrenfeld: 1:32:35. Ich rechnete schnell hoch, 3:05h Endzeit. Wahnsinn. Ich bin begeistert! Kilometer 25.
Nächste Verpflegung Hansaring - meine liebe Mutter hat sich glücklicherweise bereit erklärt die beiden letzten eminent wichtigen Verpflegungsstationen zu übernehmen. Mensch alles lief perfekt, jetzt nur noch die Hölle von Riehl und ich war fast zu Hause... Denkste! Kilometer 30: Die Hölle von Riehl. Welcher Schwachmat hat sich nur diese bescheuerte Schleife durch den Kölner Norden überlegt (ich weiß, es war Neven DuMont). Keine Sau an der Strecke und was noch viel schlimmer war. Von nun an ging es erschreckend schnell bergab: Das Wetter wurde richtig eklig. Kälte, Regen, Sturmböen und ich lief auch noch alleine. Mir wurde kalt, die Schuhe war durch die ganzen Pfützen triefend nass und mein Körper signalisierte mir langsam: "Hör endlich auf zu laufen". Die Lage verschärfte sich leider zusehends. Mein Kilometerschnitt wurde sukzessive langsamer. Gedanken wie "Warum machst du den ganzen Mist" bis hin zu dem puren Neid auf die Zuschauer (die bei dem Wetter natürlich wahrlich nicht zu beneiden waren): Aber die durften schließlich stehen!!! Nun schaltete mein Hirn auf Notagregat - Plan B. Einfach nur am laufen bleiben! Dinge wie Zeiten oder Puls waren mir plötzlich sch...egal. Hoffentlich bin ich bald wieder auf dem Ring, dachte ich. Von da an wirst Du durch das Publikum ins Ziel getragen (es sind immerhin rund 350000 an die Strecke gekommen). Zudem gab es bei KM 37 meine letzte Nahrung. Von da an war ich in der Matrix! Kurz nach der letzten Nahrungsaufnahme lief Lars Jucken neben mir und fragte, ob er irgendetwas für mich tun könnte (sah ich denn schon so mies aus?!).
Ich verneinte und sagte, dass ich da alleine durch muss, basta! Am Rudolfplatz bei Kilometer 38 standen sie wieder, meine treuesten Anhänger. Die machten sich allmählich Sorgen, da der Gerling auch da eine Fehlinformation rausgab, es war nämlich wie erwähnt KM 38 und nicht KM35. Somit war ich nach den Hochrechnungen meiner Anhänger längst überfällig. Dazu kam, dass mein Schnitt mittlerweile auf gut 5 Minuten / KM gefallen ist. Alles schmerzte, aber ich trotze mir ein Lächeln und eine Mini LaOla als Dank für die unermüdliche super Anfeuerung ab. Danach war ich dann wieder auf mich alleine gestellt. Noch 4 Km, etwa 20min. Wie ich immerhin noch hochrechnen konnte. Mittlerweile zogen eine ganze Menge Läufer am müden Riebi vorbei. Ich hatte das Gefühl, dass alle mindestens doppelt so alt waren wie ich und ich trübe Tasse war tot - toter als tot!!! Im Delirium erreichte ich die Deutzer Brücke. Ich wusste, wenn da oben bist hast Du es geschafft! Also alle Kraft noch einmal auf diesen Punkt fokussiert. Oben noch ein letzter Blick auf meine Uhr. Es lief alles auf eine Endzeit von 3:13h aus. Sehr zufrieden stellend, wenn man bedenkt, dass ich ziemlich eingegangen bin. Allerdings wollte ich es mit aller Macht verhindern eine 3:13h zu laufen. 13 ist ein Unglückszahl dachte ich in meinem vom Marathon zerfressenen Hirn. Du MUSST UNBEDINGT alles dafür geben unter 3:13h zu laufen. So fing ich an mit meinem lang gezogenen Sprint.
Die Beine wollten nicht mehr, aber mein Hirn befahl: QUÄL DICH DU SAU! Somit im Sauseschritt die Brücke runter und die letzten ca. 600m ins Ziel. Erster Blick natürlich auf die Uhr: 3:12:27 GESCHAFFT. Danach purer Endorphin Ausstoß. Totaler Gefühlsausbruch, den ich nicht mehr kontrollieren konnte. Ein halbes Jahr Training und plötzlich ist alles vorbei, auf das man wochenlang hingefiebert hat. Den Helfer der besorgt auf mich zu lief wies ich unterbewusst ab. Erst einmal ans Geländer lehnen, tief durchatmen und alles sacken lassen.... Das war er also mein erster Marathon! etzt drei Tage später kann ich langsam wieder Treppen gehen. Ich werde nun erst einmal eine Laufpause einlegen und danach neue Pläne schmieden. Eins kann ich allen sagen (die es geschafft haben bis hier hin zu lesen). Ich habe wieder Lust am laufen und fühle mich tatsächlich ausgeglichener! Von daher ziehe ich es in Erwägung, dass mein erster nicht mein letzter Marathon bleibt. Ich werde Dich auf dem Laufenden halten.... An der Stelle möchte ich nicht vergessen ein paar Leuten zu danken: Meiner lieben Frau Isa, die während ich trainiert habe auf mich verzichten musste und die mir meinen Geburtstagswunsch erfüllt hat und am selbigen mit mir auf dem Fahrrad meine Königseinheit von 37km gemacht hat. Allen Spendern, die mich durch ihr Engagement zusätzlich motiviert haben (wer weiß, vielleicht wäre ich sonst ausgestiegen)
Allen Anfeuerern, die ich nachher dringend benötigt hatte Meiner Mutter, noch mal meiner Frau und meiner Kollegin Kerstin, die mich verpflegt haben Ben meinem Trainer Pironet für das finanzielle Engagement und dem damit verbundenen professionellen Training Und schließlich allen, die an mich geglaubt haben DANKE!!!! So und nu is endlich Schluss!
Aktuelles
42tausend meets Kindernöte e.V. – ein Nachmittag in der Spaß-Schule
Im Stadtbezirk Chorweiler besuchen vier 42tausend Läufern eines der von ihnen unterstützten Sozialprojekte, die Spaß-Schule des Vereins Kindernöte e.V.
42tausend räumt ab
Wettkampfauftakt beim Frechener Frühlingslauf: Sechs Mal auf dem Treppchen
42tausend Startschuss für 2010 ist erfolgt
Die Auftaktveranstaltung am 07.03. im Neptunbad war mit rund 50 Besuchern ein voller Erfolg. Am Sonntag, dem 21.03.2010 ging es mit dem ersten Training los.
Das Projekt 42tausend geht in die vierte Runde
Einladung zur Infoveranstaltung am 07.März 2010 im Kölner Neptunbad
Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf
Das Projekt 42Tausend geht mit den Projektleitern Ben und Jörg ins Jahr 2010
Der Marathon hat sich gelohnt!
Die Läuferinnen und Läufer des Projekts 42tausend der Wirtschaftsjunioren Köln e.V. haben alles gegeben - und wirklich viel erreicht.
Einladung zu großen 42tausend Party
Vor einem Monat fand der Köln-Marathon statt und damit das sportliche Finale von 42tausend. Fast 40 Läuferinnen und Läufer gingen an den Start und liefen für unser Projekt. Jeder Kilometer brachte Euros für 42tausend.
Und los geht's!!!!!
Heute Morgen um 08:45 Uhr viel der Startschuß zum Halb-Marathon, Team 42tausend ist auf der Strecke!
42tausend bekommt einen eigenen Song
Pünktlich zum Köln-Marathon hat die Band "Joule" mit Sängerin Ellen Schneider, ihren Song für 42tausend fertig.





