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42tausend meets Kindernöte e.V. – ein Nachmittag in der Spaß-Schule
Im Stadtbezirk Chorweiler besuchen vier 42tausend Läufern eines der von ihnen unterstützten Sozialprojekte, die Spaß-Schule des Vereins Kindernöte e.V.
Etage 12 in einem der zahlreichen Hochhäuser: hier befinden sich die bescheidenen Räumlichkeiten des Vereins, in denen Geschäftsführerin Bojana Bobar, die Läufer empfängt. Sie erzählt über die an der Spaß-Schule teilnehmenden Kinder, deren Probleme und Bedürfnisse, über die dringende Notwendigkeit der präventiven Arbeit des Vereins und über seine alljährlich wiederkehrende Existenzangst.
Bislang erfolgte die Finanzierung zu jeweils 30% aus Stiftungs- bzw. Spendengeldern und zu 40% aus städtischen Zuschüssen. Für das Jahr 2010 ist der Haushalt der Stadt Köln jedoch noch nicht beschlossen: erst im Oktober wird feststehen, mit welchem Geldbetrag Kindernöte e.V. kommunale Unterstützung erfährt. Einzig sicher ist die bittere Erkenntnis, dass sich die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise auch in den Kassen der Stadt Köln widerspiegelt. Die Mittel sind begrenzt und erfordern Einsparungen – leider zu oft und zu umfangreich im sozialen Bereich.
Für Kindernöte e.V. bedeutet dies sogar, dass der Fortbestand einer Spaß-Schulen-Gruppe gefährdet ist, wenn die zu erwartenden Mindereinnahmen nicht kompensiert werden können.
Die Abhängigkeit des Vereins von Spendengeldern wird erschreckend deutlich.
Vor diesem Hintergrund wächst die Neugier der vier 42tausend Läufer, das Projekt Spaß-Schule persönlich kennen zu lernen:
Nur einen Kurzspaziergang vom Büro des Kindernöte e.V. entfernt treffen sich mehrmals wöchentlich zwei Gruppen der Spaß-Schule in einem gewöhnlichen Grundschulraum: die Katzen und die Regenbogenkinder.
Jede Gruppe wird von jeweils zwei Mitarbeitern des Vereins betreut, einer Lehrkraft und einer pädagogischen Fachkraft. Um den Kindern maximale Erfahrungs- und Identifikationsmöglichkeiten zu bieten, wird bei der Zusammenstellung des Betreuungsteams stets auf eine ausgewogene Konstellation geachtet: jede Gruppe wird durch einen weiblichen und einen männlichen Gruppenleiter unterschiedlicher kultureller Herkunft beaufsichtigt.
Die Gruppen bestehen aus jeweils bis zu zehn Grundschülern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren.
Die Kinder kommen meist auf Empfehlung ihres regulären Lehrers und nach Abstimmung mit ihren Eltern. Die Entscheidung jedoch, an der Spaß-Schule teilzunehmen, treffen sie letztlich selbst und freiwillig.
In der Regel sind es diejenigen, die aufgrund ihres familiären Hintergrunds, wegen sprachlicher Barrieren oder kognitiver Schwächen nur ein Minimum an Mehrbeachtung benötigen, um in ihrer Schulkasse mithalten zu können.
Nach Schulschluss suchen die Kinder die Spaß-Schule auf und beginnen zunächst mit ihren Hausaufgaben. Das Verhältnis zwischen der Anzahl der Betreuer und der Anzahl der Kinder wird bewusst so gewählt, dass jedes einzelne Kind die Aufmerksamkeit erlangt, die seine Bedürfnisse verlangen. So steht – falls erforderlich - immer einer der Betreuer Rat gebend beiseite. Durch die individuelle Förderung wird den Kindern sichtbar erfolgreich „Spaß“ am Lernen vermittelt.
Zwischendurch wird eine Pause für den Geist eingelegt, um die kleinen Mägen mit einer gesunden Mahlzeit zu füllen. Nicht selten verdeutlicht der Hunger der Kinder, dass bei vielen Familien am Ende des Geldes der Monat noch lang ist.
Das gemeinsame Mittagessen bietet zudem eine Möglichkeit, den Kindern auch soziale Fähigkeiten zu vermitteln. Die positiven Resultate der Spaß-Schule sind spätestens in dem Moment unverkennbar, in dem jedes Kind wie selbstverständlich seinen benutzten Teller spült und den eigens produzierten Müll entsorgt.
Haben die Kinder eine bestimmte Vorgabe an Hausaufgaben erledigt und den Geräuschpegel im Klassenraum niedrig gehalten (beide Kriterien werden an der Schultafel abgebildet und fortlaufend beurteilt), so wird der Abschluss des Spaß-Schulen-Nachmittags mit einem Highlight gekrönt: ein Fußballturnier der Katzen gegen die Regenbogenkinder.
Diejenigen, die sich in den Stunden zuvor friedlich verhalten haben, dürfen mitspielen - und dazu zählen an jenem Nachmittag auch die 42tausend Läufer.
Summa summarum: ein großartiger gemeinsamer Tag, der bewiesen hat, dass sich jeder gelaufene km lohnt und jeder gespendete Euro richtig investiert ist.



